Teilstationäre Maßnahmen §32 SGB VIII

Träger und gesetzliche Grundlagen

Seit 1993 führt die ZAB gemeinnützige GmbH im Auftrag und in Zusammenarbeit mit dem Stadtjugendamt Frankenthal, mit dem Jugendamt der Stadt Ludwigshafen, dem Kreisjugendamt des Rhein-Pfalz-Kreises, dem Stadtjugendamt Worms und dem Kreisjugendamt Bad Dürkheim die „Erziehung in einer Tagesgruppe“ nach den §§ 27 und 32 SGB VIII durch.

Auftrag

Die „Erziehung in einer Tagesgruppe“ ist eine Form teilstationärer, familienergänzender Hilfe für Kinder und Jugendliche bei gleichzeitiger ambulanter Unterstützung der Sorgeberechtigten. Soziales Lernen in der Gruppe, schulische Förderung und Familienarbeit sollen den Verbleib der Kinder und Jugendlichen in der Familie sichern.

Mühlespielen in der Tagesgruppe I

Indikation

Die aufzunehmenden Kinder und Jugendlichen werden durch die Sozialdienste der Jugendämter vorgestellt.
Die Tagesgruppe stellt eine Hilfe zur Förderung der psychosozialen Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen in der Gruppe dar und baut das Selbsthilfepotential auf. Sie ermöglicht den Kindern und Jugendlichen ein neues Umfeld, in dem Soziales Lernen, schulische und berufliche Entwicklungsförderung und sinnvolle Freizeitgestaltung geboten wird. Der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen wird besondere Beachtung geschenkt, d. h. Familien, Lehrer und Freunde werden in die pädagogische Arbeit mit einbezogen. Dies umfasst regelmäßigen Kontakt, Beratung und Hilfe zur Herstellung verbesserter Erziehungs- und Lebensbedingungen im familiären Bezugssystem. 

Infrastruktur

Die Alltagsbewältigung und Alltagsgestaltung ist ein zentrales Merkmal unserer teilstationären Hilfen. Struktur und Rhythmus bei Aufgaben, Diensten, Mahlzeiten, Hausaufgaben und Freizeitgestaltung sollen die Kinder und Jugendlichen an bewusste Abläufe heranführen. Das beginnt mit dem gemeinsamen Mittagessen, das den Rahmen für Schulausklang und Austausch bietet. Diese Zeit ist ein ideales soziales Übungsfeld für Regeln, Umgangs- und Kommunikationsformen.

Im Anschluss wird der Küchendienst von den Kindern, Jugendlichen und Betreuern gemeinsam erledigt. Hiernach folgt die intensive Hausaufgabenbetreuung, in deren Rahmen personelle Kontinuität geboten wird. Der Schulstand und die Fehlzeiten werden als Indikatoren für die persönliche Situation der Kinder und Jugendlichen dokumentiert, um rechtzeitige Intervention zu gewährleisten. In Gruppenkonferenzen planen Kinder, Jugendliche und Betreuer gemeinsam die Wochenaktivitäten und Freizeitaktionen. In diesem Rahmen werden auch Gruppenprozesse oder Konfliktsituationen besprochen und Lösungsstrategien erarbeitet.

Sportpädaogische Angebote

Das handlungsorientierte Konzept beinhaltet unter anderem Sport, erlebnispädagogische Angebote und die Möglichkeit, sich handwerklich, kreativ und musisch zu engagieren.
In der Regel endet die Betreuung in der Tagesgruppe um 17 Uhr. Jeder Tagesgruppe steht ein Kleinbus zur Verfügung, mit dem die Kinder und Jugendlichen bei Bedarf von der Schule abgeholt und abends nach Hause gebracht werden.

Die Öffnungszeiten der Tagesgruppen orientierten sich an den Schulzeiten, in den Ferien finden Aktionstage und Freizeiten statt. Die Schließzeiten während der verbleibenden Ferien sollen bewusst dazu dienen, Fortschritte im familiären Bezugssystem zu überprüfen.

(Orientierung an den „Empfehlungen zur Erziehung in einer Tagesgruppe nach § 32 SGB VIII“ des Landesamtes für Soziales, Jugend und Versorgung – Landesjugendamt (Beschluss des Landesjugendhilfeausschusses vom 12. März 2001))