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„Licht am Ende des Tunnels"
Frankenthaler Zentrum für Arbeit und Bildung sieht Anzeichen für leicht steigende Nachfrage-nach Zeitarbeitskräften
"Es gibt erste Anzeichen, dass die Firmen Licht am Ende des Tunnels sehen." Das sagt Markus Ackermann, Bereichsleiter Personaldienste und Prokurist des Zentrums für Arbeit und Bildung (ZAB). Rund 200 Leiharbeiter beschäftigt das gemeinnützige Frankenthaler Unternehmen zurzeit - Tendenz leicht steigend.
Wenn der Spruch von der "Leiharbeit als Konjunkturbarometer" stimme, dann dürfte der Tiefpunkt der Wirtschaftskrise wohl überwunden sein, schätzen Ackermann und ZAB-Geschäftsführer Hans-Jürgen Flörchinger. Dabei haben die weltweiten Turbulenzen an den Finanzmärkten und der folgende wirtschaftliche Absturz auch den Frankenthaler Dienstleister getroffen. Im September 2008, als die US-Bank Lehman Brothers zusammenbrach, beschäftigte die "gemeinnützige Arbeitnehmerüberlassung" des ZAB noch rund 350 Mitarbeiter. Auf dem Tiefpunkt danach seien es nur noch 160 gewesen, sagt Ackermann.
"Es gab betriebsbedingte Kündigungen", räumt der Bereichsleiter ein. Auch habe man "massiv Zeitverträge auslaufen lassen müssen". Neueinsteiger bekämen am Anfang "maximal einen Ein-Jahres-Vertrag". Entsprechend der Auftragslage müsse auch eine gemeinnützige Leiharbeitsfirma "atmen können wie jedes andere Unternehmen auch". Von den aktuell 200 Beschäftigten im Bereich Zeitarbeit arbeiteten etwa 60 kurz, sagt Ackermann. Nun gebe es bei Unternehmenskunden Signale, "dass sie im Oktober oder November Kurzarbeit reduzieren werden oder sogar ganz raus gehen". "Es gibt sogar Firmen, die wieder einstellen“, ergänzt Geschäftsführer Flörchinger - und das zum Teil, obwohl an anderer Stelle noch Personalabbau stattfinde. Die Signale sind nicht überall eindeutig; Rückschläge in Teilbereichen hält Markus Ackermann für möglich: "Ich fürchte, dass wir im Herbst noch einen Einbruch kriegen." Dennoch: Insgesamt sehe die Lage besser aus als zunächst befürchtet. Das ZAB ist seit 1995 im gemeinnützigen Zeitarbeits-Geschäft. "Die drei großen Ks in Frankentha" - KSB, Koenig & Bauer, KK&K (heute Siemens) - seien die ersten großen Kunden gewesen, sagt Flörchinger. 1996 richtete die ZAB-Arbeitnehmerüberlassung in Viernheim eine Agentur ein; sie ist mittlerweile nach Lampertheim umgezogen. 1998 kam eine weitere Zweigniederlassung in Mannheim dazu.
Das Besondere dabei: Die "Übernahme in die Betriebe" ist bei dem gemeinnützigen Unternehmen ausdrücklich erwünscht - ein Konzept, für das der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) wesentliche Anstöße geliefert habe. Deshalb, so erläutert Ackermann, gilt bis heute: "Die Firmen können unsere Leute ohne Fristen fest einstellen." Und andererseits: "Die Mitarbeiter können, noch während der Vertrag läuft, bei einem anderen Unternehmen einsteigen, wenn sie dort Arbeit finden." Die Quote der so erreichten Übernahmen habe 2008 allerdings nur bei rund 30 Prozent gelegen - Ausdruck der im zweiten Halbjahr einsetzenden Wirtschaftskrise.
Für die Entlohnung maßgeblich ist der zwischen DGB und Bundesverband Zeitarbeitsunternehmen ausgehandelte Tarif; Mindest-Stundenlohn in der unteren Lohngruppe I (Helfer): 7,38 Euro. ZAB-Beschäftigte, die in diese Lohngruppe fallen, bekommen 7,70 Euro.
,,80 Prozent unserer Leute verdienen über Tarif", sagt Ackermann. Das bedeute allerdings nicht, dass die Lohnhöhe der Stammbelegschaft erreicht werde. Immerhin zahlten zwei namhafte Kunden zumindest bei den reinen Lohnleistungen dasselbe wie für ihr Stammpersonal; davon profitierten 40 Leiharbeiter. Die meisten Arbeitsplätze für ZAB-Leihpersonal finden sich im produzierenden Gewerbe: Den "Metallbereich, Maschinenbau, Anlagenbau" nennt Ackermann als Schwerpunkt. Ansonsten gehe die Nachfrage "querbeet" durch alle Branchen. Die Qualifikation werde ständig wichtiger. Mitarbeiter findet das ZAB häufig ohne Werbung. Hans-]ürgen Flörchinger: "Dass wir Arbeit vermitteln, ist bekannt"; deshalb gelte oft das Motto "Mitarbeiter werben Mitarbeiter". Eine gute Zusammenarbeit gebe es auch mit der Agentur für Arbeit. (spi)
Quelle: (Die Rheinpfalz, Frankenthal vom 10.08.2009)
Letzte Änderung: 17.11.2010 am 07:27:32



