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Aktuelles & Presse >> 2012ZAB plant Umzug
Zentrale des Arbeits- und Sozialdienstleisters soll in Elsa-Brändström-Straße verlagert werden - 2011 Personalstamm reduziert
Das gemeinnützige Zentrum für Arbeit und Bildung (ZAB) steht vor einem Standortwechsel. Der Frankenthaler Dienstleister für soziale und berufliche Hilfs-und Bildungsangebote will seine Zentrale bis Ende August in einen Neubau in der Elsa-Brändström-Straße 3 verlagern. Das hat Geschäftsführer Hans-Jürgen Flörchinger im Gespräch mit der RHEINPFALZ angekündigt.
Das ZAB mit seinen 175 hauptamtlichen Mitarbeitern ist zurzeit noch Mieter in der ehemaligen Landwirtschaftsschule in der Haydnstraße 5. Das Gebäude gehört dem Rhein-Pfalz-Kreis, das nach dem Erbbaurecht verpachtete Grundstück der Stadt Frankenthal. Die Stadt hat Interesse signalisiert, in dem frei werdenden Gebäude eine Kindertagesstätte einzurichten (wir berichteten).
Das in der Nachbarschaft ausgewiesene Neubaugebiet ist ein Grund, weshalb sich das ZAB neu orientiert. „Die ersten Häuser stehen schon", sagt Flörchinger. „Ich rechne damit, dass es bald Probleme gibt." Denn der Lieferverkehr vom und zum ZAB - hier arbeitet auch eine Großküche - könnte dann von der Nachbarschaft als störend empfunden werden. Dazu kommen wirtschaftliche Überlegungen. Der ZAB-Betrieb, der anfangs allein in der Haydnstraße arbeitete, ist in Frankenthal mittlerweile auf drei Standorte verteilt. 2006 kaufte der Dienstleister ein früheres Fabrikgebäude in der Robert-Bosch-Straße 8; es wird seitdem für die berufliche Bildung genutzt.
Im Herbst 2009 musste das ZAB ein Areal im Nachtweideweg räumen, das es gemeinsam mit der Grünflächenabteilung des städtischen Entsorgungs- und Wirtschaftsbetriebs (EWF) genutzt hatte. Als Ersatz fand sich ein früheres Gärtnereigelände in der Elsa-Brändström-Straße, nahe der Stadtklinik. Die Ausbildung von Gärtnern und Maurern läuft auf diesem 12.000 Quadratmeter großen Grundstück schon. Container und ein altes Wohnhaus werden als Übergangsquartiere für Mitarbeiter genutzt.
Daneben steht die neu errichtete künftige ZAB-Zentrale. „Zurzeit läuft der Innenausbau", erklärt Flörchinger.
Viele Arbeiten würden mit eigenen Kräften erledigt. Dennoch summieren sich die Investitionskosten auf rund 600.000 Euro. Dazu kommt dann im Sommer noch der Umzug der Großküche von der Haydn- in die Robert-Bosch-Straße. „Dafür möchte ich nicht mehr als 50- bis 60.000 Euro ausgeben", sagt Flörchinger.
Der erst im Dezember 2011 veröffentlichte Jahresabschluss 2010 weist dieses Jahr als das Beste aus, das das ZAB je hatte (siehe: „Zur Sache"). „Wir waren in allen Bereichen sehr zufrieden", bestätigt Flörchinger. Unter anderem habe es eine überraschend starke Nachfrage nach Leiharbeitskräften gegeben, die vom ZAB vermittelt werden.
„Etwas gedämpfter" sei die Entwicklung 2011 gewesen, sagt Flörchinger. Der Gesamtabschluss liegt noch nicht vor; „er wird aber auf jeden Fall positiv sein", so der Geschäftsführer. Weniger Aufträge habe es bei Transfergesellschaften gegeben, in denen Gekündigte für den Neustart auf dem Arbeitsmarkt qualifiziert werden sollen. Bei der beruflichen Bildung sei es ab Mitte 2011 zu einem Einbruch" gekommen - bedingt durch Sparbeschlüsse der Bundesregierung.
Dies führte beim ZAB zu Personalabbau: „Anfang 2011 hatten wir 207 Stammkräfte", so Flörchinger. „Bis zum Jahresende sind wir auf 175 geschrumpft." Zeitverträge von 32 Beschäftigten habe man nicht verlängern können – wegen der rückläufigen Aufträge ab der Jahresmitte.
Die Vorzeichen für 2012 sehen nach Flörchingers Einschätzung bis jetzt positiv aus. So gebe es etliche neue arbeitsmarktpolitische Maßnahmen, für die das ZAB als Träger ausgewählt worden sei. Flörchinger: „So kümmern wir uns in Ludwigshafen um Menschen aus der Zielgruppe 50 bis 59 Jahre, die wieder in Arbeit gebracht werden sollen, und wir arbeiten mit dem Christlichen Jugenddorfwerk zusammen bei der Vermittlung von Bewerbern mit Migrationshintergrund." (spi)
Stichwort: ZAB
Kampf gegen die Jugendarbeitslosigkeit: Das war das Ziel, für das ab 1984 die Mitglieder des Frankenthaler Vereins Jugendwerkstatt antraten. Von Beginn an gab es dazu eine Kooperation mit Arbeitsverwaltung und Jugendämtern. Der aus dieser Initiative entstandene Dienstleister nennt sich seit 1996 Zentrum für Arbeit und Bildung (ZAB) - ein Hinweis auf das breiter gewordene Leistungsspektrum. Seit 2000 ist das ZAB eine gemeinnützige GmbH. Der Verein Jugendwerkstatt e.V. ist alleiniger Gesellschafter. Mitglieder sind dort unter anderem Stadtjugendring, IG Metall, protestantisches Dekanat, CDU, SPD, FDP und Grüne. (spi)
Zur Sache: Gefragter Dienstleister in allen Sparten
„Wesentlich besser als zum Jahresbeginn erhofft“ habe sich der Arbeitsmarkt 2010 entwickelt, hält das ZAB im jüngsten, erst im Dezember 2011 veröffentlichten Jahresabschlussbericht fest. Der Dienstleister hatte in allen Sparten gut zu tun.
Bei der Erziehungshilfe blieben die Fallzahlen konstant hoch; neu eingerichtet wurde eine betreute Jugendwohngemeinschaft in einem Haus in Beindersheim.
„Leichte Zugewinne“ gab es bei Aufträgen zur beruflichen Bildung, wie sie von der Arbeitsverwaltung für benachteiligte Zielgruppen vergeben werden. Alle Zielvorgaben seien erfüllt worden, hält das ZAB fest. Bei Ausbildungen und Berufsvorbereitungen liege die Integrationsquote bei 55,1 Prozent; das heißt, mehr als jeder Zweite schafft tatsächlich den Einstieg in Beruf oder Lehre.
Stark gefragt war auch die Sparte Personaldienste, so bei der Vermittlung von Leiharbeitern, aber auch bei der Betreuung von 16 Transfergesellschaften.
„Um das Doppelte angestiegen“ ist 2010 die Zahl der Hilfesuchenden für das ZAB-Arbeitsgebiet Rechtliche Beratung / Sozialberatung / Sozialbegleitung.
Beschäftigt, geschult oder betreut wurden vom ZAB mehrere tausend Personen; so durchliefen 2597 Teilnehmer Kurse zur beruflichen Bildung, und 707 Personen waren von Transfermaßnahmen (Weiterqualifizierung nach Arbeitsplatzverlust) betroffen. Das ZAB selbst verfügte 2010 über ein Stammpersonal von 207 Mitarbeitern; dazu kamen 44 Personen mit Werkverträgen und 13 geringfügig Beschäftigte.
Die ZAB-Erträge stiegen 2010 gegenüber dem Vorjahr um 36,4 Prozent auf 33,27 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss, der in die Rücklagen eingestellt wird, konnte mehr als verdoppelt werden: auf 703.000 Euro. Die Bilanzsumme des ZAB erreichte Ende 2010 den Betrag von 10,8 Millionen Euro; davon sind 3,5 Millionen Euro als Anlagevermögen ausgewiesen. (spi)
Quelle: Die Rheinpfalz, 12.01.2012
Letzte Änderung: 09.02.2012 am 08:48:15



